Bis zu zwölf U-Boote für Kanada: Kieler Werft TKMS als bevorzugter Anbieter ausgewählt
Kanada hat thyssenkrupp Marine Systems zum bevorzugten Anbieter für bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD erklärt – die größte Rüstungsbeschaffung der kanadischen Geschichte und der größte Einzelauftrag der TKMS-Firmengeschichte. Gebaut werden sollen die Boote in Kiel und Wismar.
Am 6. Juli 2026 gab der kanadische Premierminister Mark Carney auf der Marinebasis Halifax bekannt, dass thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) im Canadian Patrol Submarine Project als bevorzugter Anbieter ausgewählt ist. Damit verhandelt Kanada nun exklusiv mit der Kieler Werft; der Vertrag über bis zu zwölf Boote soll spätestens Ende 2027 unterzeichnet werden. TKMS-Chef Oliver Burkhard sprach vom größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte – der Auftragsbestand der Werft würde um mehr als die Hälfte wachsen.
Der Typ 212CD ist eine deutsch-norwegische Gemeinschaftsentwicklung: konventionell angetrieben, mit außenluftunabhängigem Brennstoffzellenantrieb, extrem leise und für Einsätze unter dem arktischen Eis ausgelegt – ein zentrales Kriterium für Kanada, das seine vier alternden Boote der Victoria-Klasse ersetzt. Gebaut werden die U-Boote an den TKMS-Standorten Kiel und Wismar; allein in Wismar sollen bis zu 1.500 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Die kanadische Industrie wird über Komponentenfertigung und die spätere Wartung der Flotte im eigenen Land eingebunden.
TKMS setzte sich gegen Hanwha Ocean aus Südkorea durch, das seit August 2025 als zweiter qualifizierter Anbieter im Rennen war. Bau und Service werden auf rund 20 Milliarden Euro geschätzt, das Gesamtvolumen über die jahrzehntelange Laufzeit auf etwa 100 Milliarden kanadische Dollar. Die ersten vier Boote sollen bis 2034 ausgeliefert werden – das erste nach TKMS-Angaben möglicherweise schon 2033. Bundeskanzler Merz nannte die Entscheidung ein "starkes Zeichen" für die transatlantische Zusammenarbeit.