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Porsche-Strategie "Sportwagenschmiede '35": rund 9.000 Stellen weniger, Standortsicherung bis 2035

Auf dem Kapitalmarkttag in Weissach hat Porsche-Chef Michael Leiters die Strategie "Sportwagenschmiede '35" vorgestellt. Sie sieht den sozialverträglichen Abbau von rund 9.000 Stellen und eine Gewinnschwelle unter 200.000 Fahrzeugen vor – im Gegenzug sichert Porsche die Standorte Zuffenhausen und Weissach bis 2035 und investiert dort 2,1 Milliarden Euro.

Am 7. Oktober 2026 präsentierte Porsche-Vorstandschef Michael Leiters im Entwicklungszentrum Weissach die Strategie "Sportwagenschmiede '35". Kern ist ein mit dem Betriebsrat vereinbartes Zukunftspaket: Rund 9.000 Stellen sollen sozialverträglich abgebaut werden, die Belegschaft in den direkten und indirekten Bereichen mittelfristig um 25 Prozent sinken (strategisches Ziel: 30 Prozent), die Zahl der Managementpositionen um 40 Prozent; die Personalkosten in der Fertigung sollen um bis zu 30 Prozent zurückgehen. Leiters: "Aktuell geht es vor allem darum, Kosten zu senken und das Unternehmen finanziell robuster zu machen."

Finanziell will Porsche die Gewinnschwelle auf unter 200.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr senken, mittelfristig eine operative Umsatzrendite von 10 bis 15 Prozent erreichen (langfristig 15 Prozent) und einen Konzernumsatz von 41 bis 45 Milliarden Euro erzielen. Das Modellprogramm wird um rund 20 Prozent an Varianten gestrafft, das Volumen je Variante soll um rund 30 Prozent steigen, die Zahl der Vertriebsregionen sinkt von fünf auf vier. Die Batterietochter Cellforce Group, Porsche eBike Performance und Cetitec sollen stillgelegt werden, der Verkauf der Beratungstochter MHP ist unterzeichnet, Porsche Engineering und Porsche Digital werden zu "Porsche Technologies" zusammengeführt. Produktseitig sind die vollelektrischen 718 Boxster und Cayman mit erstem vollen Produktionsjahr 2028 geplant, dazu ab 2028 ein neues B-SUV mit Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Antrieb parallel zum elektrischen Macan; ein D-SUV oberhalb des Cayenne wird geprüft.

Für die deutschen Standorte ist das Paket ein tiefer Einschnitt – und zugleich eine Zusage: Bereits im Juli hatten Vorstand und Gesamtbetriebsrat die Standortsicherung um fünf Jahre bis 2035 verlängert und Investitionen von kumuliert 2,1 Milliarden Euro in Zuffenhausen und Weissach vereinbart; die zweitürigen Sportwagen sollen auch langfristig im Stammwerk Zuffenhausen vom Band rollen, die Entwicklung aller Baureihen bleibt in Weissach gebündelt. Eine Verlagerung der Produktion in die USA schloss Finanzvorstand Jochen Breckner bei der Vorlage der Neunmonatszahlen am 27. Oktober aus – die Stückzahlen seien dafür zu gering. Nach neun Monaten 2026 meldete Porsche ein operatives Ergebnis von 1,74 Milliarden Euro bei 178.532 ausgelieferten Fahrzeugen, 16 Prozent weniger als im Vorjahr.

Quelle: Porsche Newsroom – Capital Markets Day: Strategie "Sportwagenschmiede '35"

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