Unternehmen stehen im weltweiten Wettbewerb. Die Suche nach spezialisierten Partnern, die bisher selbst erbrachte Leistungen über den Weg des Outsourcing übernehmen, um entweder die benötigte Dienstleistung schnell oder preiswert zu erhalten oder komplexe Lösungen zu kreieren, die bisher die eigenen Kräfte überforderte, lässt immer mehr deutsche Unternehmen den Blick auf die Ukraine richten. Nachdem bisher vorrangig US-Unternehmen zu den Hauptauftraggebern der ukrainischen Softwareschmieden gehörten, entdecken mehr und mehr deutsche Unternehmen das Potenzial vor der Haustür. Zwei Flugstunden, keine Visaformalitäten, exzellente Englisch sprechende Programmierer und Manager – und darüber hinaus die Kostenvorteile – all das sind Gründe, sich näher mit den ukrainischen Softwareentwicklungsunternehmen zu befassen.
Innerhalb der ehemaligen Sowjetunion hatte die Computerbranche der Ukraine eine herausragende Rolle. Seit Beginn der fünfziger Jahre war die Ukraine sowohl in der Hardwareentwicklung als auch in der Softwareentwicklung eine treibende Nation. Das in der damaligen Sowjetunion führende „Cybernetic Centre“ wurde 1957 in Kiew geschaffen. Just dieses Zentrum war wesentlich an der „Apollo-Sojus“-Weltraumfahrtmission im Jahre 1975 beteiligt.
Der ukrainische IT-Markt ist gegenwärtig der volkswirtschaftliche Bereich, der das stärkste und schnellste Wachstum aufweist. Innerhalb des IT-Sektors wächst der Telekommunikationssektor mit jährlich 55 Prozent und der Hardwaresektor mit 25 Prozent am jährlichen Umsatz, gefolgt vom Dienstleistungsbereich inklusive Softwareentwicklung und Outsourcing mit immer noch 14 Prozent Wachstum.
Bis 2010 wird eine Marktentwicklung im Bereich Telekommunikation von 59 Prozent, im Hardwarebereich 16 Prozent, im Bereich Software/Outsourcing 9 Prozent und im Bereich IT-Beratung 16 Prozent prognostiziert. Moderate Schätzungen ukrainischer Experten kommen zu dem Schluss, dass im Jahre 2010 der Exportumfang der ukrainischen Software die 5 Milliarden USD überschreiten wird. In den kommenden 8 bis 10 Jahren soll dieser Markt auf ca. 30 Milliarden USD wachsen. – Zum Vergleich: laut Statistischem Bundesamt erwirtschaftetet die deutsche ITK-Branche rund 74 Milliarden Euro (und erwirtschaftet damit eine höhere Wertschöpfung als die Automobilindustrie, der Maschinenbau oder die Metallindustrie).
Viele Marktbeobachter konstatieren, dass der Outsourcing-Markt eine neue Entwicklungsstufe erreicht hat. In Fachkreisen spricht man bereits von der „Next Generation Outsourcing“. War in der Vergangenheit der Kostendruck die Haupttriebkraft, so stehen mittlerweile Prozessoptimierung und Qualitätssteigerung im Focus. Immer mehr komplexe IT-Prozesse werden ausgelagert. Spezialisierte Dienstleister sind gefragt, die neben dem IT- und Branchenfachwissen auch Fachwissen über die internen Organisationsprozesse und deren Optimierungsmöglichkeiten besitzen und dadurch zusätzlichen Mehrwert bringen können. Ukrainische Unternehmen wie Miratech, Infopulse, ProFIX, Nix Solutions, Telesens, GlobalLogic, Softline, Infostroy und andere bewegen sich auf diesem Level.
Vor geraumer Zeit ergriffen sie als die führenden ukrainischen Entwicklungshäuser die Initiative und gründeten die „Association IT Ukraine“, den Verband der ukrainischen Softwareproduzenten. Mittlerweile hat der Verband mehr als 50 Mitglieder, zu denen nicht nur die wichtigsten IT-Unternehmen, sondern auch fast alle universitären Einrichtungen zählen, an denen Mathematiker und Softwarespezialisten ausgebildet werden. Und diese bringen immerhin jährlich 30.000 Absolventen für die Softwarebranche hervor. Der Verband ist nicht nur Ansprechpartner für Interessenten aus Westeuropa und den USA, sondern auch Veranstalter von Tagungen, Weiterbildungsveranstaltung etc. Darüber hinaus vertritt er die Interessen der ukrainischen Softwareindustrie gegenüber der ukrainischen Regierung.
Qualitätsmanagement, Zertifizierungen nach ISO oder CMMi spielen bei den ukrainischen Unternehmen eine wesentliche Rolle. Auch diese Fragen hat sich der Verband auf die Fahnen geschrieben. Mit dem International Software Quality Institute (iSQI) Erlangen ist eine enge Zusammenarbeit auf den Gebieten der Schulungen im Bereich von IT-Qualitätsstandards und der Personalzertifizierungen vereinbart.
Während der CeBIT 2008 konnte erstmalig mit dem deutschen BITKOM e. V. ein „Deutsch-Ukrainisches IT Forum@CeBIT 2008“ ausgerichtet werden, auf dem erfolgreiche deutsch-ukrainische Outsourcing-Projekte dem interessierten Fachpublikum vorgestellt wurden. Begegnungen mit Softwarehäusern aus Berlin und Nordrhein-Westfalen rundeten den diesjährigen CeBIT-Auftritt ab.
In der letzten Zeit wird gerade in Deutschland immer wieder diskutiert, was vom IT-Dienstleister der Zukunft erwartet wird. Er soll kundenspezifische Teams mit einem breiten Fachwissen bereitstellen können. Genau diese Anforderungen erfüllen die ukrainischen Softwareunternehmen – und das auch noch kostengünstig.
Aber auch die Zahl kleinerer Outsourcing-Projekte, die für den Mittelstand von Bedeutung sind, nimmt zu. Outsourcing-Ziele wie Indien und China sind für kleine Projekte des Mittelstandes nicht die Antworten. Deutsche Kunden lieben es, möglichst im gleichen Kulturkreis und nahe beim Entwickler zu sitzen. Für die deutsche IT-Wirtschaft kann die Ukraine einen ähnlichen Platz einnehmen wie die Slowakei für den deutschen Automobilbau. Nicht nur deutsche Großunternehmen aus dem Telekommunikationssektor, sondern auch viele Mittelständler arbeiten bereits erfolgreich mit Mitgliedsunternehmen der „Association IT Ukraine“ zusammen. Die Revacom GmbH aus Potsdam-Babelsberg oder die Heidelberger ameria GmbH sind diesen Weg in die Ukraine gegangen und haben ihn ebenso wenig bereut, wie deutsche Großunternehmen T-Systems, Siemens oder SAP und viele andere.
Ziel ist es für beide Partner jeweils eine Win-Win-Situation zu schaffen. Framework contracts, in denen wesentliche betriebswirtschaftliche Eckdaten fixiert sind, erleichtern eine erfolgreiche langfristige Zusammenarbeit. Aber auch andere Geschäftsmodelle wie Time and Material oder Fixkosten sind praktikabel. Die praktizierten Geschäftsmodelle hängen von der Reife der Outsourcing-Anbieter und den Kundenwünschen ab. Die ukrainischen Anbieter zeichnen sich durch eine hohe Flexibilität und Kundenfreundlichkeit aus.
Geschäftsmodelle und Leistungsverträge benötigen eine gute vertragliche Grundlage. Erfahrene Kanzleien wie die Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft mbH mit Anwälten, die auch auf die Besonderheiten der ITK-Wirtschaft spezialisiert sind, stehen auch in der Ukraine zur Verfügung.
Das in der Ukraine vorhandene ITK-Potenzial bietet also gerade für Unternehmen aus Deutschland enorme Kooperationsmöglichkeiten. Die „Association IT-Ukraine“ ist gern bei der Suche nach den passenden Partnern behilflich.
Kontakt:
„Association IT Ukraine“
Office: 711, 37/41 Artema Str.
Kiev 04053, Ukraine
Tel.: +380 44/583 50 95
Fax: +380 44/583 50 95
E-Mail: info@itukraine.org.ua
Alexey G. Kozhenkin, Geschäftsführer
Tel./Fax: +380 44/583 50 95
E-Mail: alex@itukraine.org.ua
Dr.-Ing. Rainer Marsch, Marketing
E-Mail: dr.rainer.marsch@web.de
Mobil: +380 677 64 9078