Mit dem Ausgang des ersten Weltkriegs verlor Deutschland auch seine seit 1884 erworbene und an der westafrikanischen Küste gelegene Kolonie Togo. Die sogenannte „Musterkolonie“ wurde unter den Siegermächten geteilt und zu einem Drittel an Großbritannien und zu zwei Dritteln an Frankreich übergeben. Der Völkerbund übernahm die Treuhandschaft über die beiden Togo.
Am 27. April 1960 errang Togo in seiner heutigen Form seine Unabhängigkeit unter der Führung von Sylvanus Olympio als Staatspräsident, der am 13. Januar 1963 gestürzt und von Nicolas Grynitzky ersetzt wurde. Einen weiteren Machtwechsel gab es am 13. Januar 1967 mit Kolonel Kleber Dadjo als Staatspräsident, allerdings nur für sehr kurze Zeit. Am 14. April 1967 übernahm Stabschef Gnassingbé Eyadéma die Staatsführung, die er bis zu seinem Tod im Jahre 2005 inne hatte. Faure Gnassingbé wurde im selben Jahr sein Nachfolger.
Gleich nach der Unabhängigkeit nahm Togo, geprägt durch die historische Vergangenheit, diplomatische Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland auf.
Die Grundnahrungsmittel Mais, Maniok, Hirse, Yams, Reis und Erdnüsse sowie Palmnüsse, Baumwolle, Kaffee und Kakao als Exportgüter prägen die Landwirtschaft des Landes. Togo verfügt außerdem über die viertgrößten Phosphatvorkommen der Welt. Doch die Phosphat-Jahresproduktion, die 1997 noch 3,4 Millionen Tonnen erreichte, betrug 2008 nur noch 840.000 Tonnen. Weitere Exportgüter sind Zement und Klinker. Togo soll auch über andere, noch nicht erschlossene Bodenschätze wie Gold, Bauxit usw. verfügen.
Wichtig für die togoische Wirtschaft sowie für die Sahelländer wie Burkina Faso, Niger und Mali ist und bleibt der Tiefseehafen von Lomé, der ein Drehkreuz im Import- und Exporthandel im Golf von Guinea darstellt. Haupthandelspartner Togos sind die EU, Frankreich, Deutschland, China und die USA, vor allem aber die Nachbarstaaten Ghana, Côte d´Ivoire und Nigeria. Die Außenhandelsbeziehungen waren jedoch in den letzten 15 Jahren wegen politischer Unruhen in Togo und der darauf folgenden Verhängung wirtschaftlicher Sanktionen schwierig.
Dank des Reformprogramms der Regierung seit 2006 und der Wiederaufnahme wirtschaftlicher und finanzieller Kooperationen ist eine Wiederbelebung in allen Bereichen spürbar. Der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank sowie anderen wichtige Finanzinstitutionen unterstützen das Land bei seinem wirtschaftlichen Reformprogramm. Heutzutage ist Togo ein Land im Wiederaufbau mit vielen Potenzialen.
Bei Reisen nach Togo
Grundsätzlich werden folgende Maßnahmen empfohlen: Impfungen gegen Gelbfieber, Malaria, Tetanus und Hepatitis. Für genauere Informationen über Notwendigkeit und Verträglichkeit verschiedener Impfungen wenden Sie sich rechtzeitig an Ihren Hausarzt, an das Gesundheitsamt oder an das Tropeninstitut.
Botschaft der Republik Togo
Grabbeallee 43
13156 Berlin, Germany
Tel.: +49 30 / 49 90 89 68
Fax: +49 30 / 49 90 89 67
E-Mail: Bbotschafttogo@web.de
Internet: www.botschaft-togo.de
Länderinformation
Regierungsform: Republik (laut Verfassung der IV. Republik vom 14.10.1992); Präsidialsystem mit einem Premierminister und zwei Kammern: Nationalversammlung und Senat. Letzterer bisher noch nicht eingerichtet
Staatsoberhaupt : Faure Gnassingbé (seit 04. Mai 2005), Amtszeit: 5 Jahre
Mitgliedschaft in Internationalen Organisationen: VN und VN-Sonderorganisationen, Afrikanische Union und deren Sonderorganisationen, COMESA, EU-AKP assoziiert (Vertrag von Cotonou), Conseil de l´Entente, CEDEAO/ECOWAS (Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten), UEMOA (Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion) usw.
Fläche: 56.785 km2 (etwa so groß wie die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg zusammen). Ausdehnung Süd-Nord ca. 630 km, Ost-West breiteste Stelle 150 km
Hauptstadt: Lomé (ca. 1,2 Mio. Einwohner)
Bevölkerung: ca. 6,4 Mio. Einwohner (2006); letzte Volkszählung: 1982; ca. 116 Einwohner pro km; Wachstumsrate 2,7 % pro Jahr (2007); 42 Ethnien.
Landessprachen:
Amts- und Verkehrssprache: Französisch, daneben werden auch Englisch und Deutsch gesprochen; ca. 40 Stammenssprachen, im Süden vor allem Ewe/Mina und im Norden Kabyè
Religionen: 20 % Katholiken, 10 % Protestanten, 30 % Moslems; übrige Animisten
Währung: 1 CFA-Franc = 100 Centimes (1,00 EUR = 655,957 CFA-Franc)
Wirtschaftslage
BIP in Mrd. USD: 2,28 (2007; Quelle: Weltbank)
BIP pro Kopf: ca. 345 USD (2007, geschätzt)
Reales BIP Wachstum 2008: 20.413,1 Mrd. CFA-Franc (Quelle: UEMOA); 2,5 % (Quelle: IWF)
Prognose 2009: 3,5 % (Quelle: IWF)
Inflationsrate (2007): 1 %
Prognose (FMI) 2009: 1,7 %
Gesamtimport 2008: 682,9 Mrd. CFA-Franc = 1,041 Mrd. EUR (Quelle: UEMOA)
aus Deutschland: 42,0 Mio. EUR**
Gesamtexport 2008: 404,4 Mrd. CFA-Franc = 617 Mio. EUR (Quelle: UEMOA)
nach Deutschland: 88,8 Mio. EUR**
** Quelle: Statistisches Bundesamt