africa: Businessguide 2010



Kompetenzportrait Investionsstandort

H.E. Harry Mutuma Kathurima

Botschafter der Republik Kenia

Republik Kenia


Kenia Vision 2030
Die kenianische Regierung hat die „Kenia Vision 2030“ mit dem Ziel entwickelt, Kenia in ein Schwellenland mit mittleren Einkommen umzugestalten, das seinen Bürgern bis zum Jahr 2030 eine hohe Lebensqualität bieten wird.

Diese Vision stützt sich auf ökonomische, soziale und politische Säulen. Das wirtschaftliche Ziel ist es, den Wohlstand aller Kenianer durch eine durchschnittliche BIP-Wachstumsrate von 10 Prozent pro Jahr für die kommenden 23 Jahre zu erhöhen. Im sozialen Bereich wird der Aufbau einer gerechten und solidarischen Gemeinschaft, die in einer sauberen und sicheren Umwelt lebt, angestrebt. Ziel der Politik ist die Verwirklichung eines demokratischen, rechtsstaatlichen Systems, das die Rechte und Freiheiten der kenianischen Gesellschaft schützt.

Die Vision 2030 bietet eine Vielzahl von Investitionsmöglichkeiten für internationale wie auch für einheimische Investoren aus der Privatwirtschaft.

Gründe für Investitionen in Kenia
Kenia hat zahlreiche Vorzüge aufzuweisen, die es zu einem interessanten Investitionsstandort machen. Dazu gehören: kostengünstige Markteinstiegs- und Produktionsbedingungen, qualifizierte Arbeitskräfte, ein attraktives soziales Umfeld, exzellente Verbindungen zu wichtigen internationalen Drehkreuzen, die den Handel mit Europa einfach gestalten. Nairobi ist eines der bedeutendsten Transport-und-Verkehrszentren für Ost- und Zentralafrika. Mombasa ist der wichtigste Tiefwasserhafen der Region, über den der Güterbedarf von über einem Dutzend Ländern bedient wird.

Kenias Finanz- und Produktionssektor gehören zu den am weitesten entwickelten Ostafrikas. Während Kenias Mineralressourcen begrenzt sind, besitzt es bedeutende Vorkommen von Edelmetallen wie Titan. Zurzeit werden hohe Investitionen für die Suche nach Öl nahe der Küste im indischen Ozean vorgenommen.

Weitere entscheidende Vorteile:

> eine starke Zusammenarbeit zwischen der Regierung, dem Privatsektor und Entwicklungspartnern

> eine vollständig liberalisierte Wirtschaft ohne Devisen- oder Preiskontrollen und ohne Restriktionen für in- und ausländische Kreditaufnahmen durch Nichtansässige

> eine relativ hoch entwickelte Infrastruktur und ein umfassendes Angebot an gut ausgebildeten und qualifizierten Arbeitskräften

> eine große touristische Bedeutung

> Mitgliedschaft in regionalen Handelsgemeinschaften wie dem Common Market for Eastern and Southern Africa und der East African Community, die Zugang zu einem Markt von 400 Millionen Menschen gewähren. Kenia ist ebenfalls begünstigt durch die Handels- und Investmentvorteile durch die Africa Growth and Opportunities Act (AGOA)-Gesetzgebung der USA und der EU

> Sitz der Nairobi Stock Exchange (NSE), der höchstentwickelten Börse der Region

> vergleichsweise kostengünstige Festnetzanschlüsse und Mobilfunkverbindungen

> Attraktive und umfassende Incentive-Pakete für Investoren beinhalten:

  • 100 Prozent Investitionsbewilligung für Produktions- und Hotelprojekte
  • Zoll- und Mehrwertsteuerbefreiung auf Investitionsgüter einschließlich Maschinen
  • Exporthandelszonen bieten zehn Jahr Steuerfreiheit, Befreiung von Zollgebühren und Mehrwertsteuer auf Maschinen, Ausrüstung und Rohmaterial, Befreiung von Stempelgebühren und Quellensteuer auf Dividenden
  • Steueramnestie für in der Vergangenheit nicht gezahlte Einkommenssteuer für neu angemeldete Unternehmen
  • mit öffentlicher Aktienausgabe verbundene Kosten sind voll steuerlich absetzbar
  • neu angemeldete Unternehmen, die 40 Prozent bzw. 30 Prozent des Aktienkapitals öffentlich anbieten, werden zu niedrigeren Sätzen von 20 Prozent bzw. 25 Prozent besteuert bzw. mit dem Standard-Satz von 30 Prozent für fünf Jahre ab Anmeldedatum verglichen
  • zehn Jahre Steuerfreiheit für eingetragene Venture-Capital-Fonds
  • Kosten für Bonitätsprüfungen zum Zweck der Anmeldung sind steuerlich absetzbar
  • ausländische Investoren können bei direkten Portfolio-Investitionen Anteilskapital in Höhe von 75 Prozent und mehr erwerben


> Investitionsgarantien:

  • die kenianische Verfassung garantiert die Sicherheit von Leben und Eigentum
  • Mitglied bei MIGA, ATIA, deckt kommerzielle und nicht-kommerzielle Risiken und ICSID
  • Kenia hat einen bilateralen Investitionsvertrag über die Vermeidung von Doppelbesteuerung mit Deutschland unterzeichnet


Die kenianische Investitionsbehörde fördert und erleichtert Investitionen in Kenia für in- und ausländische Investoren durch die Ausgabe von Investment-Zertifikaten, Unterstützung beim Erwerb erforderlicher Lizenzen und Genehmigungen und beim Erwerb von Vorteilen oder Befreiungen durch verschiedene Gesetze und Richtlinien sowie durch Informationen über Investitionsmöglichkeiten und Kapitalquellen.

Investitionsmöglichkeiten
Zu den interessantesten Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten gehören u. a. die Bereiche Tourismus, Landwirtschaft, Transport und Infrastruktur, Produktion, Kommunikationswesen, Energie, Bauwirtschaft und Pharmaindustrie.

Spezifische Bereiche sind hierbei der Ökotourismus, Energieerzeugungsanlagen, Telekommunikationsanlagen, Investitionen in die Landwirtschaft, Anlagen für die Nahrungsmittelverarbeitung und Verpackungsindustrie, Straßenbau, Zementherstellung und Kfz-Ersatzteile.

Botschaft der Republik Kenia
Markgrafenstr. 63
10969 Berlin, Germany
E-Mail: office@embassy-of-kenya.de
Internet: www.embassy-of-kenya.de

Offizielle Website des Landes: www.kenya.go.ke


Länderinformation

Staatsform: Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt: Präsident Mwai Kibaki
Hauptstadt: Nairobi
Fläche: 582.646 km2
Bevölkerung: 37,2 Mio. Einwohner
Korrespondenzsprachen: Englisch, Suaheli
Währung: 1 Kenia-Schilling = 100 Cents

Wirtschaftslage
BIP 2008: 21,99 Mrd. EUR*
BIP pro Kopf 2008: 1.260 EUR*
Reales BIP-Wachstum 2008: 6,0%
Prognose 2009: 3,0%
Inflationsrate 2008: 25,1%
Prognose 2009: 8,4%
Gesamtimport 2008: 6,64 Mrd. EUR*
aus Deutschland: 232,3 Mio. EUR
Gesamtexport 2008: 3,31 Mrd. EUR*
nach Deutschland: 124,1 Mio. EUR

Kenia war seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts britische Kolonie. Nach Befreiungskämpfen der Kenianer wurde das Land 1963 schließlich unabhängig.

Kenia ist die leistungsfähigste und fortschrittlichste Volkswirtschaft in Ostafrika. Der wichtigste Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Gartenbauprodukte, Tee und Kaffee sind Kenias Hauptexportgüter, die überwiegend in afrikanische Länder, nach Großbritannien, in die USA oder die Niederlande exportiert werden. Die Gartenbauprodukte sowie der Tourismus sind die Hauptdeviseneinnahmequellen des Landes. Die meisten Touristen kommen aus Großbritannien, den USA, Italien und Deutschland. Importiert werden vor allem Erdöl, Autos, Maschinen und Chemikalien.

Obwohl Deutschland für Kenia ein wichtiger Handelspartner ist, fällt die Handelsbilanz zwischen beiden Ländern eindeutig zu Gunsten Deutschlands aus. Wichtigste deutsche Exportgüter für Kenia sind Maschinen, chemische Erzeugnisse und Kfz. Deutschland importiert aus Kenia vor allem Gartenbauprodukte und Kaffee. Zwischen beiden Ländern gibt es ein Investitionsschutz- und ein Doppelbesteuerungsabkommen. Seit über 20 Jahren ist die deutsche Wirtschaft durch die "German Business Association" in Nairobi vertreten.

Kenia ist Gründungsmitglied der EAC (East African Community) und hat ein Interims-Handelsabkommen mit der EU abgeschlossen.

* geschätzt

Quellen: Botschaft der Republik Kenia in Berlin, IWF, Weltbank, Statistisches Bundesamt