africa: Businessguide 2010



Kompetenzportrait Investionsstandort

S.E. Petros Tseggai

Botschafter von Eritrea

Eritrea


Investitionsmöglichkeiten in Eritrea
Erst vor 18 Jahren erreichte Eritrea nach einem langen Befreiungskampf gegen Äthiopien seine Unabhängigkeit. Direkt nach der Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1991 unternahm die eritreische Regierung alle erforderlichen Schritte, um ausländische Investitionen in Eritrea zu fördern.

Die zur Förderung solcher ausländischer Investitionen erforderliche infrastrukturelle Basis war aufgrund des langen Befreiungskampfes zerstört oder stark beschädigt. Unter diesen Umständen betrachtete die eritreische Regierung die Sanierung, die Erweiterung und den Aufbau einer neuen Infrastruktur als wichtigste wirtschaftliche Aufgabe. Sie verfolgte dieses Ziel so sorgfältig, dass Eritrea heute wieder über alle notwendigen Infrastruktureinrichtungen verfügt. Dazu zählen eine angemessene und zuverlässige Stromversorgung, ein gutes Straßennetzes, Flughäfen mit internationalem Standard, zuverlässige Kommunikationsnetzwerke, eine verbesserte Wasserversorgung in den Gemeinden, angemessene Hafen- und Kühlanlagen sowie Verwaltungs- und Wohngebäude. Die Regierung hat außerdem Einrichtungen implementiert und Gesetze verabschiedet, die als unternehmensfreundlich gelten.

Daher lädt die eritreische Regierung heute Investoren voll Zuversicht ein, sich in den folgenden Bereichen zu engagieren:

Tourismus
Eritrea ist der jüngste afrikanische Staat, seine Geschichte ist jedoch so alt wie die Menschheit. Sein reiches kulturelles Erbe und die vielfältige Schönheit der Natur sowie die freundlichen und rechtschaffenen Einwohner machen Eritrea zu einem reizvollen Reiseziel. Asmara ist mit seinen Gebäuden im altitalienischen Stil sowie vielen Kirchen und Moscheen eine der besterhaltenen Kolonialstädte Afrikas.

Die Küste und die Inseln
Die Nordküste von Massawa und die Küste zwischen Massawa und Assab bieten lange unberührte Strände zum Baden, Schnorcheln und für verschiedene andere Wassersportarten. Mutigeren Reisenden bietet die Küstenebene eine ungewöhnliche Habitat für Menschen und für wild lebende Tiere.

Der lange Küstenstreifen entlang des Roten Meers und die vielen vor der Küste liegenden Inseln des Dahlak-Archipels und die Inseln in der Nähe von Assab besitzen exquisite, unberührte Strände und einige der besten Tauchgebiete der Welt, von den unberührten Riffen von Dissei, Dur Gaam und Madote bis hin zu den zahlreichen versunkenen Schiffswracks aus allen Perioden der eritreischen Geschichte. Sportfischen ist ebenfalls beliebt und lohnt sich im Allgemeinen auch.

Auf der größten Insel, Dahlak Kebir, kann man nach einem Ausflug zum Beobachten von Walen, Flussdelfinen, den gefährdeten Dugong oder eine der fünf Schildkrötenarten, die man in den eritreischen Gewässern findet, auch Afar-Fischerdörfer oder alte türkische und islamische Ruinen besuchen. Im Inland bietet Eritrea eine großartige Berglandschaft, in der man pittoreske traditionelle Dörfer und alte Ausgrabungsorte findet.

Deshalb geht die eritreische Regierung davon aus, dass für Investoren im Hotel- und Gastgewerbe (Hotels, Motels und Restaurants) ein großes Investitionspotenzial besteht. Das Ministerium für Tourismus heißt Investoren in diesen Bereichen willkommen.

Fischerei
Das Rote Meer beheimatet mehr als eintausend Fischarten, einschließlich Thunfisch, Rote Schnapper, Königsdorsch, Sardinen und anderer erstklassiger Fische sowie mehr als 220 Korallenarten. Es gibt auch große Bestände hochwertiger Meerestiere wie Hummer, Krabben, Austern und Garnelen. Investoren sind herzlich eingeladen, die unternehmerischen Möglichkeiten des Fischereisektors auf nachhaltige Art zu nutzen.

Bergbau
Geologische Daten wiesen darauf hin, dass Eritrea bedeutende Vorkommen von Gold, Silber, Zink, Kupfer und anderen Basismetallen, Ferromangan sowie Industrie- und Baumaterial wie Granit, Marmor und Kalkstein besitzt. Die Marmorvorkommen sind von hoher Qualität und für den Export in den Nahen Osten und nach Europa geeignet. Die kommerziell nutzbaren Vorkommen von Erdöl und Erdgas an der Küste des Roten Meers könnten beträchtlich sein.

Die Entwicklungsstrategie für den Bergbau in Eritrea konzentriert sich auf die Förderung sowohl einheimischer und direkter ausländischer Investitionen in Prospektierung, Sondierung und Entwicklung. Um dies zu ermöglichen, hat das Ministerium für Energie und Bergbau geologische Übersichten entwicklungsfähiger Gebiete durchführen lassen und bereits Lizenzen an 15 einheimische und ausländische Bergbauunternehmen vergeben.


Eritreische Freihandelszonen
Die eritreische Regierung hat ein Freihandelsprogramm für ihr Land aufgelegt. Ziel des Programms ist die Schaffung einer investitionsfreundlichen Umgebung für einheimische und ausländische Investoren in exportorientierte Geschäftsaktivitäten und somit die Förderung der Entwicklung eines international wettbewerbsfähigen Unternehmensbereichs in Eritrea. Die Regierung erwartet, dass das Programm

  • Arbeitsplätze schafft,
  • die technologische Basis erweitert,
  • hilft, die fachlichen und geschäftlichen Fähigkeiten der eritreischen Arbeitskräfte zu entwickeln,
  • Eritreas externe Unternehmens- und Marketingkontakte ausbaut und
  • hilft, industrielle Projekte aller Art und Lageranlagen für Rohmaterialien und bearbeitete Materialien (mit Ausnahme der Lagerung von Drogen) aufzubauen.


Die erste Freihandelszone wurde im Hafen von Massawa eingerichtet und es wurden bereits Investitionen akzeptiert, die definitiv zum Erreichen der oben genannten Ziele beitragen werden. Für Investoren wird sich das Freihandelsprogramm als äußerst unternehmensfreundlich herausstellen, wie die folgenden Artikel der Proklamation zu den Freihandelszonen in Eritrea aufzeigen:

Artikel 31. Steuerbefreiung

1. Personen mit einer Lizenz als Förderer der Freihandelszone gemäß Artikel 24 erhalten eine Steuerbefreiung. Diese bezieht sich auf alle Steuern, einschließlich Einkommenssteuer auf persönliches Einkommen, Erträge, Einkommen aus Vermietung und Verpachtung, Umsatzsteuern, Dienstleistungssteuern, Gewerbesteuern, Wechselstempelsteuer und die Quellensteuer für einen Zeitraum von 15 Jahren ab Ausstellungsdatum der Lizenz.

2. Investoren in Handel, Industrie, Lagerung oder anderen Aktivitäten in der Freihandelszone zahlen keine Steuern. Dies bezieht sich auch auf Ertragssteuern und auf die Besteuerung von Zinsen, die über Konten, aus Bankgeschäften oder Aktien bezogen werden.

Artikel 32. Repatriierung von Einkommen und Gewinnen

Ausländische Investoren dürfen das Einkommen und die Gewinne aus lizenzierten Aktivitäten in einer Freihandelszone ohne Einschränkung repatriieren.

Artikel 34. Unterhaltung von Konten in ausländischer Währung:

1. Personen mit einer Freihandelszonenlizenz gemäß Artikel 24 dürfen ein in einer ausländischen Währung geführtes Konto bei einer Bank in Eritrea unterhalten.

2. Die Investoren dürfen Geschäfte, d. h. Transfers, Empfangsvorgänge, Zahlungen offener Akkreditive und Bankgeschäfte jeder Art, in allen Währungen ohne Einschränkung durchführen.


Wenn Sie weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an die Botschaft des Staates Eritrea in Berlin:

Botschaft des Staates Eritrea

Stavanger Strasse 18
10439 Berlin, Germany
E-Mail: embassyeritrea@t-online.de
Tel.: +49 30 / 44 67 46 17
Fax: +49 30 / 44 67 46 20

Offizielle Webseite des Landes: www.shabait.com


Länderinformation

Staatsform: Republik
Staatsoberhaupt: Präsident Isayas Afewerki
Hauptstadt: Asmara
Fläche: 124.000 km2
Bevölkerung: 5,5 Mio. Einwohner
Korrespondenzsprachen: Tigrinya, Arabisch, Englisch
Währung: 1 Nakfa = 100 Cents

Wirtschaftslage
BIP 2008: 1,04 Mrd. EUR*
BIP pro Kopf 2008: 490 EUR*
Reales BIP-Wachstum 2008: 1,2%
Prognose 2009: 2,0%
Inflationsrate 2008: 11,0%
Prognose 2009: 10,5%
Gesamtimport 2008: 420,7 Mio. EUR*
aus Deutschland: 9,1 Mio. EUR
Gesamtexport 2008: 9,8 Mio. EUR*
nach Deutschland: 0,2 Mio. EUR

Nach dem Zweiten Weltkrieg entschieden sich die Vereinten Nationen für eine Föderation Eritreas, das früher zu Italienisch- Ostafrika gehörte, mit Äthiopien. Der äthiopische Kaiser Haile Selassie höhlte die politischen Rechte der eritreischen Bevölkerung systematisch aus. Die eritreische Befreiungsbewegung (EPLF) erzielte nach 30 Jahren Krieg 1991 die Unabhängigkeit.

Etwa 25.000 Eritreer haben während des Unabhängigkeitskrieges in Deutschland Zuflucht gefunden. Trotz eines großen Potenzials für enge Beziehungen zwischen beiden Ländern gibt es jedoch wenig Investitionen, Handel, Tourismus und Kulturaustausch, auch die Entwicklungszusammenarbeit liegt brach.

Eritrea gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Trotz Freihandelszonen in den Hafenstädten Massawa und Assab gibt es kaum ausländische Investitionen. Etwa 80 Prozent der Bevölkerung ist in landwirtschaftlichen Kleinstbetrieben tätig. Aber selbst in guten Jahren kann Eritrea höchstens 60 Prozent der im Land benötigten Nahrungsmittel selbst produzieren. Die Landwirtschaft trägt rund ein Viertel zum BIP bei, Dienstleistungen ca. 55 Prozent und die Industrie rund 20 Prozent. Nahrungsmittel und Vieh dominieren die eritreischen Exporte. Daneben werden Textilien sowie wenige Industriegüter ausgeführt. Hauptimportgüter sind Maschinen, Fahrzeuge, Lebensmittel, Fertigerzeugnisse und chemische Produkte.

Eritrea verfügt über große Bodenschätze (Kupfer, Gold, Zink, Silber), deren industrielle Ausbeutung durch ein eritreisch-kanadisches Konsortium 2010 beginnen soll.

* geschätzt

Quellen: Botschaft des Staates Eritrea in Berlin, IWF, Weltbank, Statistisches Bundesamt