Die wirtschaftlichen Bedingungen in der Elfenbeinküste
Die Elfenbeinküste praktiziert freie Marktwirtschaft und freien Handel. Die günstige Lage des Landes bietet Zugang zu den Märkten der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA), zu deren BIP die Elfenbeinküste 40 Prozent beiträgt. Von großer Bedeutung ist hierfür der autonome, mit moderner Infrastruktur ausgestattete Hafen von Abidjan. Er ist der zweitgrößte Hafen im subsaharischen Afrika. Auch der Hafen von San-Pédro, der auf landwirtschaftliche Produkte (Kaffee, Kakao, Holz) spezialisiert ist, ist für die Versorgung der Staaten im Hinterland wie Burkina Faso, Mali oder Niger sehr wichtig.
Darüber hinaus ist die Elfenbeinküste ein bedeutendes Finanzzentrum, dass sich durch eine hohe Diversifizierung seines Währungs- und Finanzsektors auszeichnet. Das Land unterhält einen intensiven Handelsaustausch mit allen Kontinenten: An erster Stelle liegt hierbei Europa mit 52 Prozent, an zweiter Stelle Afrika mit 27,4 Prozent, an dritter Stelle die USA mit 11,2 Prozent und an vierter Stelle Asien mit 6 Prozent.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Elfenbeinküste werden von den nationalen und regionalen Institutionen geregelt, stehen aber auch unter dem Einfluss internationaler Vereinbarungen. Unter anderem ist hier der OHADA-Vertrag zu nennen (Organisation für die Harmonisierung des Wirtschaftsrechts in Afrika). Dieser als „Einheitliches Handeln“ bezeichnete Vertrag legt gemeinsame rechtliche Regulierungen fest, die gegenüber dem nationalen Wirtschaftsrecht der Unterzeichnerstaaten Vorrang haben.
In der Elfenbeinküste existieren verschiedene Programme zu steuer- oder zollrechtlichen Vergünstigungen für den Ausbau von Unternehmen oder deren Neugründung. Die konkreten rechtlichen Regelung dazu finden sich im Wesentlichen im Investitions-Kodex, im Bergbau-Kodex, im Erdöl-Kodex und im Gesetz zur Einführung von zollfreien Zonen für die Informations-, Kommunikations- und Biotechnologie.
Der Investitions-Kodex wurde 1995 erarbeitet und gilt für in- und ausländische Investitionen. Er sieht zwei Förderungswege vor: erstens die Deklaration von Investitionen, die einem Investor verschiedene Vergünstigungen durch eine einfach Erklärung gegenüber dem Investitionsförderungszentrum der Elfenbeinküste (CEPICI) sichert und zweitens die Investitions-Genehmigung, die große Investitionen von über 500 Millionen FCFA (762.245,09 Euro) exklusive Steuern vereinfacht.
Für die zollfreien Zonen regelt das Gesetz Nr. 2004-429 vom 30. August 2004 bedeutende steuer- und zollrechtliche Befreiungen, die Konzessionsnehmer innerhalb der zollfreien Zone oder Industrieunternehmen aus den Bereichen Bio-, Informations- oder Kommunikationstechnologie, die sich dort niederlassen, in Anspruch nehmen können. Die Elfenbeinküste garantiert Investoren hierbei Rechte, die modernen und flexiblen Richtlinien aus bilateralen Vereinbarungen entsprechen, und somit internationalen Standards genügen.
Darüber hinaus existieren zwischen der Elfenbeinküste und vielen Staaten, vor allem denen der Europäischen Union, bilaterale Untereinkünfte, die Doppelbesteuerung vermeiden und Steuerflucht im Hinblick auf die Einkommensteuer verhüten sollen, sowie diverse weitere bilaterale Vereinbarungen in den Bereichen Wirtschaft und Technologie.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Elfenbeinküste und Deutschland
Die bilateralen Beziehungen zwischen der Elfenbeinküste und Deutschland basieren in erster Linie auf der Entwicklungshilfe.
Seit 1960 kamen der Elfenbeinküste insgesamt 569,8 Millionen Euro an bilateraler Hilfe zugute, davon 401,2 Millionen Euro im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit (rund 85 Millionen Euro in Form von Subventionen, der Rest als Darlehen) sowie 168,6 Millionen Euro im Rahmen der technischen Zusammenarbeit.
In den letzten drei Jahren hat die deutsche Regierung der Elfenbeinküste Hilfszahlungen in Höhe von durchschnittlich 8,6 Millionen Euro pro Jahr gewährt. Rechnet man die humanitäre Hilfe, Projekte von politischen Stiftungen und Kirchen sowie Mikroprojekte der deutschen Botschaft in Abidjan dazu, beträgt die deutsche Unterstützung durchschnittlich 9,7 Millionen Euro pro Jahr. Die Mikroprojekte haben vor allem das Ziel, den Kampf gegen die Armut zu unterstützen und den Lebensstandard der Landbevölkerung zu verbessern.
Über die bilaterale Hilfe hinaus trägt Deutschland im Rahmen des europäischen Entwicklungsfonds (EEF), der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und innerhalb der Organisationen Vereinten Nationen entscheidend zur multilateralen Hilfe zugunsten der Elfenbeinküste bei.
Abschließend möchte ich deutsche Unternehmer und Geschäftsleute dazu einladen, sich für eine dynamische und starke Zusammenarbeit zu engagieren, und die ökonomischen, kulturellen und touristischen Potenziale meines Landes zu nutzen.
Botschaft der Republik Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste)
Schinkelstraße 10
14193 Berlin, Germany
Tel.: +49 30 / 89 06 96-103/-104
Fax: +49 30 / 89 06 96-206
Offizielle Webseite des Landes: www.cotedivoire-pr.ci
Länderinformation
Staatsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Präsident Laurent Gbagbo
Hauptstadt: Yamoussoukro (offiziell)
(wirtschaftlich und faktisch auch politische Hauptstadt: Abidjan)
Fläche: 322.462 km2
Bevölkerung: 20,179 Mio. Einwohner
Korrespondenzsprachen: Französisch
Währung: 1 CFA Franc = 100 Centimes
Wirtschaftslage
BIP 2008: 16,65 Mrd. EUR*
BIP pro Kopf 2008: 1.190 EUR*
Reales BIP-Wachstum 2008: 2,9%
Prognose 2009: 3,7%
Inflationsrate 2008: 5,6%
Prognose 2009: 5,9%
Gesamtimport 2008: 5,56 Mrd. EUR*
aus Deutschland: 116,5 Mio. EUR
Gesamtexport 2008: 8,37 Mrd. EUR*
nach Deutschland: 1,009 Mrd. EUR
1960 erlangte die Elfenbeinküste die Unabhängigkeit von Frankreich und wurde danach lange durch die Einheitspartei PDCI regiert. Wirtschaftliche Probleme und das Ende der PDCI-Regierungszeit führten Ende der 1990er zu einem Bürgerkrieg, in Folge dessen das Land in zwei Teile zerfiel. Erst 2007 wurde ein Friedensvertrag geschlossen. An der Wiedervereinigung des Landes wird gearbeitet.
Die Bundesregierung fördert mit beachtlichen Mitteln die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind freundschaftlich. In der Gruppe der schwarzafrikanischen Staaten steht die Côte d’Ivoire bei den Einfuhren in Deutschland an dritter Stelle, bei den Ausfuhren an 11. Stelle. Nach Deutschland werden vor allem Erdölprodukte und Rohkakao exportiert. Deutsche Exportwaren für die Côte d'Ivoire sind hauptsächlich chemische Erzeugnisse, Maschinen und Fahrzeuge.
Die Elfenbeinküste ist ein tropisches Agrarland, das die seit ca. zehn Jahren andauernde politische Krise wirtschaftlich überraschend gut überstanden hat. Förderlich für diese Entwicklung war auch die Entdeckung von Öl- und Gasreserven vor der Küste. Das BIP pro Kopf ist das höchste Westafrikas.
Die Rohstoffexporte machen die Côte d’Ivoire zu einem der wenigen Länder Afrikas mit beständigem Außenhandelsüberschuss. Die wichtigsten Exportprodukte sind Erdölprodukte, Kakao, Holz, Kaffee, Baumwolle, Kautschuk und Palmöl. Die wesentlichen Wirtschaftsindikatoren des Landes sind verhalten positiv. Zwar leidet der wichtige Kakaosektor an einer Vielzahl von Problemen und der regionale Handel wird weiterhin durch Straßenblockaden behindert. Doch Friedensvertrag hat einen Optimismus ausgelöst, der bereits wirtschaftliche Früchte trägt.
* geschätzt
Quellen: Botschaft der Republik Côte d'Ivoire in Berlin, IWF, Weltbank, Statistisches Bundesamt