africa: Businessguide 2010



Kompetenzportrait Investionsstandort

S.E. Moncef Ben Abdallah

Botschafter der Tunesischen Republik

Tunesische Republik


Hauptziel Tunesiens ist seit 20 Jahren die Modernisierung, Reformierung und Umstrukturierung seiner Wirtschaft. Das Land erwartet, so die im Rahmen des EU-Assoziierungsabkommens von 1995 eingegangenen Verpflichtungen einhalten zu können.

Die Ergebnisse sind sehr ermutigend: Die tunesische Wirtschaftsleistung wuchs jährlich um durchschnittlich 5 Prozent bei konstanten Preisen und die wirtschaftlichen Eckwerte Tunesiens halten insgesamt die Maastrichtkriterien ein. Zudem zeichnet sich Tunesien durch eine breite Mittelschicht aus, die heutzutage ca. 80 Prozent der tunesischen Bevölkerung ausmacht. Diese Faktoren machen aus Tunesien ein Schwellenland.

Die Wirtschaft Tunesiens ist vergleichsweise diversifiziert. Die verarbeitende Industrie, die fortan mit der EU völligen Freihandel genießt, stellt dort ca. 20 Prozent des BIP dar. Das Tourismussektor macht 6,5 Prozent, das Verkehrssektor 7 Prozent und die Informations- und Telekommunikationstechnologien 8 Prozent des BIP aus. Die tunesische Wirtschaft zeichnet sich durch eine stetige Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit aus. So setzt das Davos-Forums Tunesien 2008 im Bezug auf Wettbewerbsfähigkeit weltweit auf den 36. Platz unter 134 Ländern.

Drei Hauptziele bestimmen die Wirtschaftspolitik der tunesischen Regierung: die verstärkte Schaffung von Arbeitsplätzen – insbesondere für Hochschulabsolventen –, die verbesserte Integration der tunesischen Wirtschaft in den euro-mediterranen Raum und den Ausbau ihrer Wettbewerbsfähigkeit sowie ihrer Wettbewerbsvorteile.

Deutschland ist ein besonders wichtiger Handelspartner Tunesiens. 2008 betrug der Warenaustausch zwischen beiden Ländern ca. 2,7 Milliarden EUR, das heißt 12 Prozent des gesamten tunesischen Warenaustausches. Derzeit sind ca. 265 deutsche Unternehmen (oder Unternehmen mit deutscher Beteiligung) in Tunesien tätig. Sie haben dort über 43.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Trotz der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise vertraut Tunesien weiterhin auf die Leistungsfähigkeit seiner Wirtschaft. Nach Auffassung der Wirtschaftsakteure sollte der jetzige globale Kontext genutzt werden, um Reformen im Lande anzutreiben und die tunesische Wirtschaft auf den erneuten Aufschwung der Weltwirtschaft bestmöglich vorzubereiten.

Botschaft der Tunesischen Republik
Lindenallee 16
14050 Berlin, Germany
Tel.: +49 30 / 36 41 07-0
Fax: +49 30 / 30 82 06 83

Offizielle Website des Landes: www.ministeres.tn


Länderinformation

Staatsform: Präsidialrepublik
Staatsoberhaupt: Präsident
Zine El Abidine Ben Ali
Hauptstadt: Tunis
Fläche: 164.150 km2
Bevölkerung: 10,384 Mio. Einwohner
Korrespondenzsprachen: Arabisch (Amtssprache);
Französisch (Verkehrssprache)
Währung: 1 tunesischer Dinar = 1.000 Millimes

Wirtschaftslage
BIP 2008: 29,24 Mrd. EUR*
BIP pro Kopf 2008: 5.600 EUR*
Reales BIP-Wachstum 2008: 5,5%
Prognose 2009: 3,3%
Inflationsrate 2008: 5,1%
Prognose 2009: 3,2%
Gesamtimport 2008: 16,1 Mrd. EUR*
aus Deutschland: 1,371 Mrd. EUR
Gesamtexport 2008: 13,8 Mrd. EUR*
nach Deutschland: 1,337 Mrd. EUR

Die ehemalige französische Kolonie Tunesien erlangte 1956 nach langjährigen Kämpfen und Verhandlungen die Unabhängigkeit. Der heutige Ministerpräsident, Zine el-Abidine Ben Ali wurde im April 1989 mit 99,27 der Stimmen gewählt und schaffte es in der Folge, die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Tunesien ist seit 2008 mit der EU assoziiert. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Tunesien sind gut und intensiv. Deutschland ist der drittgrößte Handelspartner Tunesiens und Tunesien ist der bedeutendste deutsche Exportpartner unter den Maghreb-Ländern.

Das Investitionsklima in Tunesien ist gut. Ausländische Investoren schätzen die politische, wirtschaftliche und soziale Stabilität des Landes sowie die geographische Nähe zu Europa. Die Bundesregierung hat mit Tunesien eine Reihe von Wirtschaftsabkommen geschlossen: Investitionsschutz, Schifffahrt, Luftverkehr, Rechtsschutz, Doppelbesteuerung, Straßen- und Güterverkehr und Sozialversicherung.

Deutschland exportiert nach Tunesien in erster Linie Textilien (Vorerzeugnisse), Elektrowaren, Maschinen, Kfz, chemische Produkte, Waren der Ernährungswirtschaft sowie Eisen und Eisenwaren. Die wichtigsten deutschen Importgüter aus Tunesien sind Textilien (Enderzeugnisse), elektrotechnische Erzeugnisse, Lederwaren, Rohöl, Waren der Ernährungswirtschaft, Kraftstoffe, Schmieröle und Teppiche.

Die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise wird indirekte Wirkungen auf Tunesien haben (z. B. Rückgang der Touristenzahlen und tunesischer Exporte nach Europa). Das tunesische Bankensystem ist von der gegenwärtigen Finanzkrise jedoch nur marginal betroffen.

* geschätzt

Quellen: Tunesische Botschaft in Berlin, IWF, Weltbank, Statistisches Bundesamt