africa: Businessguide 2010


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Die PPP Afrika-Fazilität der GTZ

Die politischen Reformen der vergangenen Jahre, das starke Wirtschaftswachstum sowie die anhaltend hohen Rohstoffpreise machen Afrika zu einem interessanten Investitionsstandort. Dies gilt nicht nur für multinationale Unternehmen, sondern auch für lokale Unternehmen, die durch ihr wirtschaftliches Engagement einen signifikanten Beitrag für die Entwicklung vor Ort leisten können. An dieser Stelle setzt die PPP Afrika-Fazilität an.

Nachhaltige Entwicklung durch Kooperation mit in Afrika ansässigen Unternehmen

Die PPP Afrika-Fazilität ist ein Finanzierungsinstrument zur Förderung von Entwicklungspartnerschaften mit in Afrika ansässigen Unternehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) realisiert gemeinsam mit lokalen Unternehmen, ihren Interessenverbänden, nationalen Behörden sowie anderen gesellschaftlichen Institutionen Public Private Partnerships und bezieht so die Privatwirtschaft in den Entwicklungsprozess mit ein. Unternehmen in Afrika nehmen dadurch die Wirtschaftsförderung als eigenes Anliegen wahr und sichern durch ihr langfristiges Engagement den Aufbau nachhaltiger Strukturen.

Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wird großgeschrieben

Jede Entwicklungspartnerschaft muss mit den sektoralen Schwerpunkten in Einklang stehen, die mit dem Partnerland vereinbart wurden. PPP, die aus der PPP Afrika-Fazilität finanziert werden, bewegen sich deshalb thematisch sehr nah an den laufenden Vorhaben der deutschen Technischen Zusammenarbeit vor Ort. In enger Abstimmung mit den lokalen privaten Partnern werden dabei PPP umgesetzt, die die gemeinsamen Interessen der Beteiligten verbinden, ihre jeweiligen Stärken nutzen und so die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika nachhaltig verbessern.

Die PPP-Kriterien

Entwicklungspartnerschaften, die aus der PPP Afrika-Fazilität entstehen, werden mit in Afrika ansässigen Unternehmen eingegangen. Folgende fünf Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine PPP-Maßnahme umgesetzt werden kann:

  • Jede PPP-Maßnahme muss mit den entwicklungspolitischen Zielvorgaben der Bundesregierung vereinbar sein.
  • Die öffentlichen und privaten Beiträge müssen sich so ergänzen, dass beide Partner durch die Kooperation ihre Ziele effizienter und effektiver erreichen (Komplementarität).
  • Ein öffentlicher PPP-Beitrag wird nur geleistet, wenn der private Partner die PPP-Maßnahme ohne den öffentlichen Partner nicht durchführen würde und die PPP-Maßnahme nicht gesetzlich erforderlich ist (Subsidiarität).
  • Die Wettbewerbsneutralität muss gewährleistet sein. Die Kooperation mit der GTZ steht allen Unternehmen offen und wird transparent kommuniziert. Eine Subvention des Unternehmens ist ausgeschlossen.
  • Das Unternehmen muss einen wesentlichen finanziellen und/oder personellen Beitrag zur PPP-Maßnahme leisten (Eigenbeitrag der Wirtschaft).


Die Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft trägt zur Stabilität und nachhaltigen Entwicklung in Afrika bei. Die PPP Afrika-Fazilität unterstützt Partnerschaften mit der Wirtschaft in verschiedensten Sektoren. Wichtig ist, dass die Kooperationspartner in Afrika ansässig sind und Interesse daran haben, sich langfristig in die Region einzubringen und sich als Partner für nachhaltige Entwicklung zu engagieren.

Südafrika: Supply Chain Strukturen nach der Landreform

Einheimischen Bauern, denen im Zuge der Landreform in Südafrika Grund und Boden zugesprochen wurde, fehlt es an landwirtschaftlichen Kenntnissen. Die Fehlnutzung der zu Verfügung stehenden Ressourcen führt sowohl zu Verarmung als auch zu Umweltschäden. Die afrikanische Vermarktungskette Pick’n Pay baut deshalb in Kooperation mit der GTZ und dem Agrar-Ministerium vor Ort kommerzielle Partnerschaften mit lokalen Bauern auf, um sicherzustellen, dass sie nachgefragte Qualitätsprodukte in ausreichender Menge produzieren. Pick’n Pay sichert sich so zuverlässige Lieferanten; die Bauern erzielen ein regelmäßiges Einkommen; und die vorhandenen Ressourcen werden umweltverträglich und nachhaltig genutzt.

Uganda: Sanitärversorgung in Armutsgebieten

Die Sanitärversorgung in den städtischen Armutsgebieten Ugandas ist alarmierend. Die Gesundheit der Bewohner ist zunehmend gefährdet: zirka 80 Prozent der epidemischen Krankheiten in Uganda stehen in Verbindung mit der unzureichenden Wasser- und Sanitärversorgung sowie dem schlechten Hygieneverhalten in den Haushalten. Im Rahmen einer PPP-Maßnahme mit den Unternehmen Crestanks und Polyfibre werden kostengünstige Sanitärprodukte auf den Markt gebracht, geeignete Finanzierungsinstrumente dafür entwickelt und eine Marketingkampagne durchgeführt, um das Hygienebewusstsein und -verhalten unter den städtischen Armen zu verbessern. Die lokalen Partner können dadurch ihre Produktpalette und das Kundensegment ausweiten, während in den Armutsgebieten durch mangelnde Hygiene verursachte Krankheiten reduziert werden.

Die Leistungen der GTZ

  • Mit unserer langjährigen Sektor- und Regionalerfahrung beraten wir Unternehmen über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit im Rahmen von PPP.
  • Unsere Auslandsmitarbeiter/-innen vor Ort nehmen Ideen von Unternehmen auf und entwickeln gemeinsam mit ihnen einen Projektvorschlag, der in das jeweilige Länderkonzept eingebettet ist. Als neutrale Organisation der Entwicklungszusammenarbeit mobilisieren wir unsere Netzwerke und Kontakte zu Regierungen, Behörden und Nichtregierungsorganisationen.
  • Neben der fachlichen Expertise beteiligen wir uns auch finanziell mit bis zu 50 Prozent und max. bis zu 200.000 EUR pro Projekt.


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Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH
Postfach 51 80
65726 Eschborn
Tel.: +49 6196 / 79-10 43
Fax: +49 6196 / 79-80 10 43
E-Mail: ellen.kallinowsky@gtz.de
Internet: www.gtz.de, www.develoPPP.de