africa: Businessguide 2010


Developpp


 

Drei Angebote, ein Programm: devoloPPP.de

DEG, GTZ und sequa führen mehrmals im Jahr Ideenwettbewerbe für interessierte Unternehmen durch. Die konzeptionell besten und effizientesten Ansätze können mit bis zu 193.000 EUR (Stand 2010) kofinanziert werden. Es gibt zwei Wettbewerbskategorien:

develoPPP.thema
In der Kategorie develoPPP.thema geht es um ausgewählte Themen, für die das BMZ gezielt Mittel bereitstellt. Jedes Thema wird von einer Durchführungsorganisation betreut.

develoPPP.impuls
Die zweite Wettbewerbskategorie, develoPPP.impuls, steht Vorschlägen aus allen anderen Themenfeldern offen. Hier liegt ein besonderes Augenmerk auf dem innovativen Charakter der Vorschläge. Ansätze, die ein außergewöhnliches Engagement oder große unternehmerische Kreativität aufweisen, haben hier die besten Chancen.

Durch die beiden Wettbewerbskategorien kann die Entwicklungszusammenarbeit eigene Akzente setzen und bleibt gleichzeitig offen für neue Impulse aus der Privatwirtschaft.

develoPPP.allianz
Besonders wegweisende PPP, die mehrere Partner, Länder und größere Investitionen umfassen, können auch außerhalb der Ideenwettbewerbe vereinbart werden. Dazu gibt es die Programmkomponente develoPPP.allianz: Hier geht es um strukturelle Verbesserungen in den Partnerländern, die weit über das Umfeld eines Einzelunternehmens hinausgehen.

Strategische PPP-Allianzen stellen hohe Anforderungen an Projektplanung und -management. Im Gegenzug sind aber auch die Entwicklungswirkungen größer. Deshalb stellt das BMZ für Projekte in der Kategorie develoPPP.allianz auch mehr Mittel zur Verfügung.

develoPPP.thema, develoPPP.impuls – Die PPP-Ideenwettbewerbe

Mehrmals pro Jahr werden von DEG, GTZ und sequa Ideenwettbewerbe durchgeführt und der europäischen Wirtschaft öffentlich bekannt gemacht. Interessierte Unternehmen können dazu nach einem bestimmten Format Projektskizzen einreichen, die von den Durchführungsorganisationen auf ihre PPP-Eignung überprüft werden.

Die Ideenwettbewerbe richten sich an deutsche und europäische Unternehmen sowie deren Tochterfirmen in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern.

develoPPP.thema

Inhaltlich umfassen diese Wettbewerbe zwei sich ergänzende Aspekte: Zum einen werden wichtige entwicklungspolitische Probleme behandelt, indem die Wettbewerbe bestimmte sektorspezifische Themen vorgeben. Diese Themen werden regelmäßig neu festgelegt und den drei Durchführungsorganisationen DEG, GTZ oder sequa zugeordnet. So führt die DEG 2009 Wettbewerbe rund um die Themen erneuerbare Energien und industrieller Umweltschutz durch, während der Fokus der GTZ auf Gesundheitsprojekten und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz liegt. Die sequa richtet Wettbewerbe in ihren Kernkompetenzen berufliche Bildung, Ausbildung und Qualifizierung aus.

Die aktuellen Themen der Ideenwettbewerbe finden Sie unter www.develoPPP.de oder auf den Webseiten der Durchführungsorganisationen.

develoPPP.impuls

Zum anderen wird die Wirtschaft in offenen Innovationswettbewerben aufgefordert, eigene Impulse zu geben – unabhängig von Themenschwerpunkten. Mit diesen Wettbewerben behält die Entwicklungspolitik das Ohr am Puls der Wirtschaft und ermöglicht die Umsetzung von besonders innovativen Maßnahmen auf Gebieten, die nicht von develoPPP.thema abgedeckt werden. Ob develoPPP.thema oder develoPPP.impuls, die Durchführungsorgani sa tionen des BMZ begleiten ihre Partnerunternehmen in allen Phasen einer PPP-Maßnahme.

Grundbedingungen

Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens müssen die Finanzierbarkeit des Vorhabens gewährleisten und seine Nachhaltigkeit sicherstellen (mindestens zehn Mitarbeiter/-innen, drei Jahre am Markt, Jahresumsatz mindestens einer Million EUR, langfristiges unternehmerisches Engagement im Zielland). Das Unternehmen übernimmt die Verantwortung für die Realisierung des Vorhabens in finanzieller, personeller und inhaltlicher Hinsicht. Eine PPP muss innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein und wird danach vom Unternehmen eigenständig weitergeführt.

develoPPP.allianz: Strategische PPP-Allianzen

Strategische PPP-Allianzen schließen DEG und GTZ mit deutschen und europäischen Unternehmen, um besonders breitenwirksame Projekte zu initiieren. Sie sind in der Regel überregional angelegt, können thematisch ganze Sektoren umfassen und bringen weltweit unterschiedliche Akteure aus Industrie und Handel, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie anderen nationalen und internationalen Organisationen zusammen.

Wann wird ein PPP-Projekt zur strategischen Allianz?

Zusätzlich zu den allgemeinen PPP-Kriterien Komplementarität, Subsidiarität, Wettbewerbsneutralität, Eigenbeitrag und Vereinbarkeit mit den entwicklungspolitischen Vorgaben der Bundesregierung müssen strategische Allianzen weitere Kriterien erfüllen. Sind insgesamt mindestens sechs der hier aufgelisteten Kriterien erfüllt, darunter mindestens zwei quantitative, hat ein Vorhaben Potenzial zur strategischen Allianz.



Quantitative Kriterien

  • Das Projekt ist überregional ausgerichtet und wird in mindestens zwei Ländern durchgeführt (bei Brasilien, China und Indien in mehr als zwei Regionen des Landes).
  • Mindestens zwei private Partner sind an der Umsetzung des Projekts maßgeblich beteiligt.
  • Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt mindestens 750.000 EUR (öffentlicher und privater Beitrag zusammengenommen).


Qualitative Kriterien

  • Das Projekt hat eine überdurchschnittliche entwicklungspolitische Signifikanz und einen beispielgebenden „Leuchtturmcharakter“. Das Projekt bindet maßgebliche Institutionen in den Partnerländern mit ein und erzeugt überdurchschnittliche strukturbildende Wirkungen, etwa auf der Ebene der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
  • Das Projekt beteiligt verschiedene Ziel- und Interessengruppen (Multistakeholder-Ansatz).
  • Das Projekt hat eine hohe Breitenwirksamkeit und erzeugt positive Wirkungen für große Teile der armen oder benachteiligten Bevölkerung.
  • Das Projekt zeichnet sich durch ein hohes Maß an Innovation aus.
  • Das Projekt besitzt Vorbildcharakter und dient als Best Practice (Replizierbarkeit).
  • Das Projekt ist mit einem Schwerpunkt der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit verknüpft.


Sei es die Einführung ökologischer und sozialer Mindeststandards beim Kaffeeanbau, die Entwicklung und Verbreitung von Mikroversicherungen für arme Bevölkerungsgruppen in Asien oder die Erarbeitung von Richtlinien zur Entsorgung von Sonderabfällen weltweit – strategische Allianzen sind so vielseitig wie wirkungsvoll.

Zusatzchancen: PPP mit der GTZ in bilateralen Entwicklungsprogrammen

Neben dem PPP-Programm develoPPP.de, über das Ideenwettbewerbe und strategische Allianzen finanziert werden, gibt es auch PPP-Möglichkeiten in Programmen der bilateralen, zwischenstaatlichen Entwicklungszusammenarbeit, die von der GTZ durchgeführt werden.

Solche Projekte werden aus Mitteln finanziert, die die Bundesrepublik den Partnerländern zur Verfügung stellt. Diese Möglichkeiten sind vielfältig, hängen aber in jedem Einzelfall von den besonderen Vereinbarungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem jeweiligen Partnerland ab.

Der Vorteil: Entwicklungspartnerschaften, die aus der bilateralen Zusammenarbeit finanziert werden, können in der Regel auf besonders günstigen Voraussetzungen aufbauen. Der Nebeneffekt: Programme in über 70 Ländern bieten sehr unterschiedliche Kooperationsmöglichkeiten, die sich stark durch die staatlichen Vorgaben unterscheiden. Es kommt immer auf den individuellen Ansatz an.

Für interessierte Unternehmen lohnt es sich daher, bei der GTZ die Möglichkeiten in den einzelnen Ländern zu erfragen. Informationen zu den Programmen der GTZ finden sich im Internet unter www.gtz.de. Firmen, die sich im Rahmen der Ideenwettbewerbe an die GTZ wenden, werden automatisch auf Gelegenheiten in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit hingewiesen.