africa: Businessguide 2010


Gross

Roderik Gross

Leiter des Goethe-Instituts Nigeria in Lagos



 

Zukunftsfrage

Ohne Frage hat Nigeria als Öl- und Finanzmacht eine internationale Reputation erlangt. Auch seine Lebensart ist dank der Low-Budget-Videoproduktionen aus „Nollywood“ über seine Grenzen hinweg in ganz Subsahara-Afrika und seinen weltweiten Diaspora bekannt. Dennoch bleibt seine Kulturszene noch immer vom internationalen Diskurs weitestgehend unberührt. Trotz vieler hochwertiger Kulturfestivals findet wegen mangelnder staatlicher Infrastruktur im Kunst- und Bildungsbereich kein institutionalisierter Austausch mit dem Ausland statt.

An dieser Stelle knüpft die Arbeit des Goethe-Instituts Nigeria an, das bereits kurz nach der Unabhängigkeit Nigerias in Lagos gegründet wurde und seit letztem Jahr ebenfalls ein Verbindungsbüro in Kano im Norden des Landes betreibt. Es versteht sich als Mittler zwischen der nigerianischen Kulturszene und aktuellen Tendenzen in Deutschland, Europa und Subsahara-Afrika.

Durch die kontinuierliche Unterstützung der kulturell aktiven Zivilgesellschaft in den letzten Jahrzehnten hat sich das Goethe- Institut als bekanntes und respektiertes Forum in Nigeria einen Namen gemacht. Es arbeitet dabei eng mit seinen nigerianischen und deutschen Partnern und den europäischen Kulturinstituten vor Ort zusammen, was angesichts einer sich immer stärker internationalisierenden Welt wichtig und unabdingbar ist. In diesem Sinne wird das Goethe-Institut Nigeria in Zukunft nicht nur weiterhin den Kulturaustausch zwischen unserem Gastland und Deutschland fördern, sondern auch mithilfe der anderen vielen Goethe-Institute auf dem afrikanischen Kontinent am Aufbau eines Netzwerkes von afrikanischen Kunstschaffenden entscheidend mitwirken. Damit unterstützten wir nicht nur aktiv den Nord- Süd-, sondern ebenso den wichtigen afrikainternen Dialog.